Ja, das Ruckelproblem geht einfach nicht weg. Ich komme immer mehr zur Überzeugung, dass es Null mit dem Öl zu tun hat. Metall dehnt sich mit Wärme auch aus und im kalten Zustand kann ein zylindrisches Element in seiner Führung zu eng sitzen, mehr Reibung generieren und sich mit gegebenem Federdruck langsamer zurückstellen. Vielleicht ist die Multiaireinheit bei mir einfach verschliessen.
Ich pendele mit dem Abarth aktuell weiter zur Arbeit, die Uhr steht jetzt bei etwas über 167 000 km. Die ersten 3 km tippe ich das Gas nur an und schalte schon im Dorf in den 6. Gang, um extremst untertourig die ersten Km zurückzulegen, bis der Motor warm ist. Wenn ich nämlich etwas zu viel Gas gebe, wird das sofort mit einer üblen Ruckelepisode bestraft (ja, es ist schlimmer geworden), besonders empfindlich reagiert er bei Drehzahlen zwischen 1500 und 2200 Touren. Teilweise schüttelt es den Motor richtig fett, dachte schon, es reisst ihn aus den Motorlagern raus, aber ausgegangen ist er dabei seltsamerweise noch nicht; einmal hat das extreme Schütteln 15 s angehalten, ich musste das Fahrzeug an den Strassenrand rollen lassen und den Motor mehrmals abstellen und anlassen (Anlassen und Leerlauf war seltsamerweise kein Problem) um dann wieder einen einigermassen sauberen Motorlauf hinzubekommen und mit schwacher Teillast weiterfahren zu können. Wenn er dann mal warm ist fährt er ohne Schütteln, aber doch nicht mehr so sauber wie früher, es gibt keine richtigen Aussetzer, eher sowas wie "unmerkliche Leistungslöcher im ansonsten festen Käse", d.h. mit warmem Motor sind nur gelegenlicht einzelne Zündungen, die etwas kraftloser ausfallen, als wenn der Sprit schlecht wäre (was er aber nicht ist). Die Fehlercodes lösche ich schon nicht mehr, aktuell ist die Motorkontrollleuchte von selbst wieder ausgegangen. Dass etwas nicht stimmt und der Fehler intern noch registriert ist, merkt man daran, dass das Start-und-Stopp nicht funktioniert. (Wenn ich den Fehlercode lösche, funktioniert es sofort wieder, aber beim nächsten Kaltstart mit zuviel Gas geht die Motorkontrollleuchte dann wieder an).
Ich habe mich jetzt entschieden, die Multiaireinheit auf Verdacht zu tauschen. Zuerst wollte ich nur die alte aus- und wieder einbauen, falls da nur ein Bolzen lose ist, und hab einen ölbeständigen Schraubenkleber besorgt. Weil ich beruflich auf's Auto angewiesen bin, ist mir das aber zuviel Risiko, d.h. die Einheit ausbauen und dann evlt. festzustellen, sie ist defekt und nicht reparabel (anscheinend fallen beim Ausbau die hydraulischen Druckzylinder nur dann nach unten raus, wenn die Sicherung nicht mehr hält) ich habe jedenfalls keine Lust, mit einer ausgebauten defekten Multiair dazustehen, die beim Ausbau auseinandergefallen ist und nicht mehr eingebaut werden kann.
Weshalb ich jetzt eine neue Multiaireinheit (ca. 792 Euro) samt Multiairdichtung (ca. 16 Euro) und Zylinderdeckeldichtungssatz (inkl. Kerzendichtungen) ca. 22 Euro bestellt habe. Anscheinend soll man aber die Zylinderdeckeldichtung zusätzlich mit nicht-härtender hochtemperaturbeständiger Dichtmasse verstärken, da bin ich gerade dabei, nach einem geeigneten Produkt zu suchen (in einem Video wird "Seal-a-gasket Typ 2" von Permatex empfohlen, Nr 80015, müsste wohl aus den USA bestellt werden), alternativ könnte man vielleicht "Reinzoplast" verwenden, ein ebenfalls nicht härtender Dichtfilm, bis 300°C temperaturbeständig... Vielleicht hat jemand einen Tipp für das beste Dichtmittel. Was man offenbar vermeiden soll sind aushärtende Silikondichtmassen, und ganz besonders die säurebasierten, weil die dann den Motor korrodieren.
Hat jemand im Forum Erfahrung mit dem Do-it-yourself-Tausch? Ich frage mich, ob ich auch noch das spezielle Werkzeug für die Multiaireinheit ordern soll, könnte es danach ja evlt. weiterverkaufen... ist im Vergleich zu den restlichen Kosten gar nicht so teuer... andererseits scheint man die Multiair auch ohne Tool wieder einbauen zu können. Soll aber auch schon Leute gegeben haben, die beim Einbau ohne Tool die Ventile verbogen haben, was dann nochmal deutlich teurer wurde.
Leider habe ich keinen Zugang zum Fiat-Elearn, die Drehmomente für die diversen Schrauben wären interessant...
Bis die Teile eintreffen, fahre ich erstmal schön vorsichtig und super schonend im Eco-Modus weiter.