So, die Katze ist von dem ABARTH-Protagonisten Christophe Pont aus dem Sack gelassen worden. Sofort hat das Gerenne auf die Anmeldungen begonnen, die aktuell bei über 110 Einschreibungen liegt. Wer hier dabei sein möchte, sollte nicht zu lange zögern, denn sonst ist das ABARTH-Nennbüro im alten Schloss wieder geschlossen !
Seit 1989 fahre ich regelmäßig zu dem alle 5 Jahre stattfindenden ABARTH-Treffen auf dem Chateau de Savigny les Beaune in die Bourgogne hin, das in diesem Jahr, zum Gedenken an den Tod von Carlo Abarth vor nunmehr 45 Jahren, wieder stattfindet. Lange Zeit war nicht klar gewesen, ob der Sohn Christophe, des am 10.09.2021 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Patron Michel Pont, den ABARTH-Faden wieder aufnehmen wird ? Er ist wie sein Vater auch Winzer, allerdings mit einem eigenen Weingut.
abarth-forum.de/attachment/46673/
Michel Pont, RIP 2021
Er hat das Lebenswerk von seinem Vater nun doch fortgesetzt, ohne allerdings in dessen Sammelwahn für ABARTH-Rennfahrzeuge (35), Motorräder (250), Flugzeuge (100), Helikopter, Weinbergerntemaschinen, Feuerwehren (20) etc. verfallen zu sein. Ein Erbe kann auch schwer sein. Den größten Klotz hatte der Patron schon selber kleingemacht, als er Mitte der 90er Jahre, seine illegal auf einem Weinberg an der Rue Bruchots gebaute Rennstrecke, wieder komplett zurückbauen musste. Der unmittelbar an der Autobahn A6 gelegene Circuit war den Grünen ein Dorn im Auge gewesen. Wenn man bei Google-maps genau hinschaut, kann man noch den damaligen Streckenverlauf erkennen. Man muss sich bitte Mal vorstellen, dass wir in 1994 noch mit unseren Rennsemmeln aus dem Schlosspark heraus gestartet worden sind, durch den Ort mit Flammrohr gebrettert und eine schmale Landstraße hinauf bis zum 2 km entfernten Circuit unsere Kisten geknüppelt haben, und mit einer Runde auf demselben dann abgewunken worden sind. Heutzutage würde man sofort verhaftet und in den Kerker vom Chateau geworfen werden. Bei Wasser und Brot müsste man zur Besinnung kommen.
Dazu ist es bei dem Patron aber nicht gekommen. Im Gegenteil, die legendären Gala-Dinners im ersten Stock des im 17. Jahrhundert wieder aufgebauten Chateaus, haben stattgefunden in den drei farblich unterschiedlich abgesetzten Sälen, positioniert an großen runden weißgedeckten Tischen, ausgestattet mit Gläsern für alle alkoholischen Produkte des Weingutes, endeten meist im völligen Gelage der Pont´schen Rotweine, die von rot befrackten Dienern mit weißen Handschuhen kräftig nachgeliefert worden sind. Man musste bei dem mehrgängigen Gala-Essen schon zügig zulangen, denn der Patron drehte um 23.30 Uhr den Weinhahn zu. Die Weinflaschen, die immer mit ABARTH-Etiketten zu dem jeweiligen Event versehen waren, erregten natürlich unseren Sammlertrieb. Hackendick wie wir am Ende des Diners waren, steckten wir die leeren Flaschen in unsere unten verknoteten Sakkoärmel. Lässig die Freitreppe herunter wandelnd, empfing uns im Paterre der Patron an einer Weinflaschenpyramide, mit der Aufforderung, wir könnten jetzt so viele Flaschen mitnehmen, wie wir tragen könnten. Nun waren natürlich die leeren Flaschen im Weg. Der nächste Tag, mit Besuch des ca. 40 km entfernten Circuit d´le Auxois, ist vielen sehr schwer gefallen.

1989 der deutsche ABARTH-Tisch, Udo Siekmann, ?, Klaus Kleber, Friedel Heim, Dr. Norbert Gelleschun, v.lks.n.re.
Fortsetzung folgt
SEE YOU IN SAVIGNY
ABARTH-Klaus