Der V6 wurde von Ferrari entwickelt
Doch selbst bei abgeschaltetem ESP (Race) wird das Heck nicht zickig. Sauber
gefahren bleibt der Quadrifoglio neutral. Ein Lastwechsel reicht, um
ihn zum Eindrehen zu bewegen. Oder man pendelt kurz vor der Kurve an und
nimmt sie im satten Drift, ohne fiese Konter befürchten zu müssen. So
muss das bei einer Sportlimousine sein. Fährt die Giulia also wie ein Alfa Romeo? Absolut.
Man kann im Quadrifoglio unbeschwert Gas geben. Der 90-Grad-V6 aus
Aluminium ist ein Abkömmling des Ferrari-Triebwerks aus dem California
T. Auch das hilft der Giulia, dem Markenkern näher zu kommen. Denn
Großserien-Motoren alleine setzen kaum emotionale Akzente - Technik aus
Maranello sehr wohl. Der California-V8 verliert zwei Zylinder, schrumpft
auf knapp über 2,9 Liter Hubraum. Dank reichlich Ladedruck pressen die
beiden Turbolader 510 PS und 600 Nm heraus.
Alfa Romeo Giulia bald mit Vierzylinder
In Zusammenspiel mit der kommenden ZF-Achtgangautomatik (etwa 2.000 Euro)
samt Launch Control könnte der Wert aber machbar sein; ein zunächst
angekündigtes Doppelkupplungsgetriebe wurde verworfen.
Trotz Zylinderabschaltung und Start-Stopp-Automatik dürften den auf der
Website proklamierten Durchschnittsverbrauch von 8,5 Litern auf 100
Kilometer wohl nur die kleineren Aggregate erreichen. Ab dem 24. Juni
gibt es neben dem Quadrifoglio noch den 2,2-Liter-Diesel in den
Leistungsstufen 150 und 180 PS, kurz darauf mit 136 PS ab 33.100 Euro.
Im Laufe des Jahres kommt ein Zweiliter-Vierzylinder mit 200 und 280 PS.
So weit, so alfistisch.
Vergessen Sie die mit dem Scudetto verzierten alten Modelle samt
Vorderradantrieb. Mit der Giulia gibt es endlich wieder einen echten
Alfa Romeo - mit Hinterradantrieb. Von ihm werden diverse Modelle
abgeleitet, vom Kompaktwagen über mehrere SUV bis hin zur großen
Limousine. Und selbst Maserati wird an dieser neuen Plattform
partizipieren.