Der beschriebene Vorgang ist noch spannender und tatsächlich deutlich gefährlicher als das Entnehmen einer Speicherkarte aus dem Tower - Einschieben ins Laptop - öffnen einer Exceldatei - Verändern von Daten - Speichern - Speicherkarte raus und zurück damit in den Tower. Gefährlicher deshalb, weil mann das Eprom im Gegensatz zur Speicherkarte tarsächlich falsch rum reindrücken kann' wenn mann nicht auf die Positionierung der Kerbe achtet.
...wow, da ging ja noch richtig was. Es freut mich immer wieder wenn sich absolute Vollprofis mit mir austauschen. Das belebt solche Foren und ist ein Zugewinn für alle.
Es gibt noch einige Kapitel welche man ansprechen sollte, durch Speedy ist die Wahl auf das allgemeine Tuninggeschäft gefallen.
Ich bin ganz und gar nicht der Meinung, dass das Emulieren eines Integrale so easy ist, ganz im Gegenteil, für den Ausführenden ist es um Welten schwieriger als das was die Tuner heute so betreiben. Deswegen folgende Frage an unseren Spezialisten Speedy: Du findest es also spannender, von einer Firma für Betrag X ein Tuningfile zu kaufen und das über ein Flashgerät auf dein Steuergerät zu flashen? Dann noch 50 Km gefahren und alles ist angelernt?
Sorry, ein Kommentar spare ich mir hierbei.
Hintergrund: Die Tuningbranche funktioniert heute folgendermassen: Es gibt in Europa einige Firmen, welche für alle Fahrzeugmarken die Tuningfiles erstellen. Meist haben diese Programmierer eher weniger Ahnung von Autos, sind aber absolute Programmiervirtuosen. Diese Programmieren dann nach Funtionsrahmenetwas mehr Leistung hin und das wars dann schon. Zur Info: Der Funktionsrahmen ist eine Beschreibung des Steuergerätes und seiner Funktionen.
Viele Tuner, welche in dieser Tiefe nicht drin stecken, kaufen diese Tuningfiles für Betrag X und verkaufen sie dann weiter für Betrag Y. Soll heissen, wenn sich ein Kunde bei einem Tuner anmeldet um sein Auto (Modell XY) zu tunen, so kontaktiert dieser eines der bekannten Programmierfirmen welche die Tuningfiles anbieten, es wird bezahlt und das File kommt per Email. Dieses wird dann, wie schon erwähnt auf der Festplatte gespeichert und über das Flashgerät auf das Fahrzeug gespielt. Mit ein wenig Show vor dem Kunden wird dann noch die Megaahnung vorgespielt und alle sind glücklich. Denn nach ein paar gefahrenen Kilometer sucht sich die Software durch die unterschiedlichen Fahrzustände die passende Einstellung heraus unter welchem das Fahrzeug sauber läuft. Der Tuner muss demnach von Lambdawert, Einspritzkennfeld, Ladedruckkennfeld, Zündkennfeld und Boostbereich keinen blassen Schimmer haben.
@ Speedy: Ist dir das jetzt spannend genug?
Denn: Die Software ist heute so komplex, dass es für einen normalen Tuner gar nicht mehr möglich ist, alles zu durchschauen. Und wenn ich ehrlich bin, ich kenne im Bereich der Tuner nur einen Tuner am schweizer Bodenseeufer welcher sich derart in das Thema eingearbeitet hat, dass er seine Files selber schreibt. Ich kenne aber auch nicht alle Tuner der Szene. Dieser aber programmiert Dinge in das Steuergerät welche es sonst nirgends gibt wie z.B. Launch-Control.
So, und wie erkenne ich nun ob ein Tuner wirklich Ahnung hat, oder nicht?
Tuner, welche nur das File flashen können und ansonsten keinen Schimmer haben, können keine Abstimmungen an Fahrzeugen vornehmen, welche z.B. grössere Einspritzdüsen oder andere Sensoren verbaut haben. Diese Argumentieren dann recht schnell folgend: "ich stimme nur am, was ich auch selbst gebaut habe". Man versteckt sich hinter einem gewissen Qualitsbewusstsein, für die Technik auch gerade stehen zu müssen, in Wahrheit wissen sie was das zugekaufte File kann und wenn dieses eben auf Serieneinspritzdüsen programmiert ist, kann er eben die grossen Düsen nicht abstimmen. Soll heissen, der Tuner welcher das von mir gebaute Auto mit Sonderkonfektion nicht abstimmen kann ist sowieso alles besprochen.