Beiträge von diablo666

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Feiertag?

    Teil 15


    Das Kapitel Gardasee.....!


    Am Lago di Garda waren wir schon unzählige Male und kennen ihn in und auswendig. Somit war das für uns jetzt kein großes Abenteuer. Aber,..es waren trotzdem 4 wunderschöne erholsame Tage. Wir steuerten ohne Reservierung den Camping San Biagio in Manerba del Garda am südlichen Teil des Sees an und bekamen zu unserem Erstauen einen super tollen Platz zugewiesen. Wir standen auf einer kleinen Anhöhe mit Blick auf den See,ohne direkte Nachbarschaft. Somit konnten wir uns dort in Ruhe ausbreiten.



    Bella muss wohl gespürt haben,dass der Urlaub langsam zu Ende geht. Sie wurde etwas melancholisch,aber an ihr waren die harten Strapazen der letzten Tage auch nicht spurlos vorüber gegangen., Ich glaube,sie war ganz froh dass die Offroad Touren vorbei waren.


    Wir relaxten die restlichen Tage am Platz,gingen immer wieder mal an den Strand,bekamen einen Tag Beusch von meinem Subaru Kumpel samt Familie und genossen unsere letzten Tage in der Sonne.



    Es war schon immer amüsant,wenn mal ein anderer Camper auf mich zu kam und mich auf den Panda ansprach. " Wow,...so weit mit einem Panda hier her zu fahren,Hut ab. "

    Diese Blicke,wenn ich ihnen dann erzählen musste,dass wir gerade auf dem Rückweg von Monaco nach Hause sind. Einfach herrlich...^^


    Am letzten Abend mussten wir noch ein allerletztes Mal umziehen. Denn ein Highlight gab es noch.

    Ich hatte Monate zuvor für ein Open Air Konzert in Gardone Riviera zwei Karten online bestellt. Es ging um ein Konzert des 29 jährigen amerikanischen Country-Rock Junge aus South Carolina,...Marcus King! DEN wollte ich unbedingt mal live sehen und als ich sah,dass er zu unserer Urlaubszeit am Gardasee auftreten würde,war für mich klar,dass wir da irgendwie am Ende des Urlaubs aufschlagen müssen.

    Da das Konzert erst abends um 21 Uhr los ging und wir am nächsten Tag in einem Rutsch nach Hause fahren wolten,gab es nur eine Möglichkeit. Wir müssen irgendwie in der Nähe des Konzertes einen Schlafplatz finden.

    Lustigerweise durften wir dann unseren Panda samt Dachzelt direkt auf dem Konzertparkplatz abstellen und hatten somit schon nachmittags unseren letzten Schlafplatz gesichert. Um kurz vor 21 Uhr konnten wir dann einfach zu Fuß die paar Meter zur Freilichtbühne laufen.Perfekt!

    Unser Schlafplatz im Schatten der Olivenbäume auf dem Open Air Gelände.


    Langsam füllten sich die Reihen...


    ...und dann betrat der Cowboy die Bühne !!8):thumbup:

    Es war ein absolut geiles Rockkonzert mit super Laune,welches wir nie mehr vergessen werden ! Ein toller letzter Abend...


    Das unten verlinkte Youtube Video ist zwar nicht direkt aus dieser Nacht,aber genauso geil hat er auch live am Gardasee geklungen.

    Ich hatte diesen Song den ganzen Roadtrip über immer und immer wieder gehört. Draußen am Lagerfeuer in den Bergen, beim Abendessen, mit einem kalten Bier in der Hand und dem Blick in der Ferne,...am Abend auf dem Col de Turini,und

    selbst auf unseren schweißtreibenden Offroadstrecken war Marcus King immer ein leiser Begleiter in den Panda Boxen. Dehalb gehört er auch hier in diese Geschichte rein. "Honkey Tonk Hell" ist mein persönlicher Sommer-Roadtrip Song:



    Ende Teil 15. Abspann folgt....

    Teil 14


    Wir fuhren also hinauf auf das Fort Central. Eine riesige Militärfestung mit freiem Zugang ohne Durchfahrtsverbote,was will man mehr?



    Die Strecke dort hoch war relativ easy zu bewältigen,wir hatten mittlerweile wirklich Schlimmeres erlebt. Trotzdem machte es natürlich wieder Spaß,ohne große Gefahr ein bisschen im Dreck spielen zu gehen. Hier oben war der reinste Männerspielplatz. Gerade zum Üben mit dem eignenen Offroader bietet sich dieses Fort geradezu an.



    Als wir gerade unsere Gassirunde machten,zog sich relativ schnell der Himmel zu. Eigentlich waren wir nicht sehr weit gelaufen,aber als sich dann Blitz,Donner und Regen meldeten,habe ich mir die verängstigte Bella geschnappt und zugesehen,dass wir alle so schnell wie möglich zurück zum Auto kommen.


    Da es uns dort oben zu gefährlich wurde,sind wir zurück ins Tal gefahren. Mittlerweile im Starkregen unten angekommen,mussten wir uns erstmal sammeln. " Was machen wir jetzt? Dachzelt im Freien bei dem Gewitter ist Mist. Gegessen haben wir auch noch nichts. Wir brauchen irgendetwas zum Unterstellen".

    Jeder Unterstand,jede Bushaltestelle,jede offene Garage war entweder zu klein oder eben nicht geeignet zum Sitzen. Außerdem ,wer weiß wie lange es noch gewittert,wir müssen ja auch mal irgenwann schlafen.


    Wir irrten durch ein relativ runtergekommenes ehemaliges Skigebiet und fuhren durch einen kleinen Ort. Plötzlich sah ich ein verlassenes Skihotel. Scheinbar hatte es die besten Zeiten schon hinter sich. Es sah aus wie ein Lost Place. Nirgendwo war eine Menschenseele zu sehen. Wir blieben kurz davor stehen und überlegten,ob dass irgendwie brauchbar für eine Übernachtung wäre. Plötzlich sah ich eine Art Vordach,welches bogenförmig nach hinten auslief. Es hatte,rein optisch,ungefähr die Breite des Pandas. "Ob wir da rückwärts rein kommen ? ".


    Nach einigen Manövrierversuchen hatte es schlußendlich geklappt.


    Wir standen schön versteckt und ,das wichtigste,...wir standen unter Dach! ;)



    Das Dachzelt hat auf den Zentimenter genau drunter gepasst.



    Wir kochten uns Pasta auf unserem Gaskocher und zeigtem dem Gewitter den Stinkefinger. Zwischenzeitlich trocknete es nochmal ab und es kam sogar die Sonne raus. Die Nacht war allerdings wieder sehr regnerisch,somit hatte sich unser Unterschlupf trotzdem bezahlt gemacht.

    Auch hier haben wir vorsichtshalber mal unseren Standort nach Hause gesendet. Es sah dort schon sehr gruselig aus. Aber für eine Zombieapokalypse hatte wir ja für eine schnelle und spontane Flucht das passende Fahrzeug dabei.;)


    Am nächsten Morgen sattelten wir ganz früh wieder das Pferdchen und entschieden uns, etwas Kilometer zu machen. Sage und schreibe über 450km fuhren wir an einem Stück über die italienische Autobahn richtung Gardasee,wo unser letzter Halt für diesen Urlaub stattfinden sollte. Dort wollten wir den Urlaub ein paar Tage ausklingen lassen....


    Ende Teil 14,Fortsetzung folgt...

    Teil 13


    Ich hatte Dolceacqua auf der Terrasse sehr genossen. Und ich hatte mich auch super entspannen können. Aber,...ich hatte mir natürlich auch wieder einen Plan geschmiedet,wie es weiter gehen sollte. Mir fehlte so langsam wieder der Reiz der Wildniss. Der letzte Offroad Pass war schon einige Tage her und deshalb entschied ich mich dazu,meiner Frau eine Route vorzuschlagen,um zu sehen wie sie drauf reagieren würde.

    Diese Route hatte einen Namen. "Ligurische Grenzkammstraße " Sie führt von Ligurien Italien über sehr hohe und anspruchsvolle Schotterpassagen auf den Grenzkamm zu Frankreich hinauf und windet sich laut Denzel Reiseführer immer weiter richtung Norden. Man kann mit dieser Route über den Tendapass fahren und kommt schließlich am Fort Central raus,eine alte Militärfestung,ähnlich der ,die wir auf dem Hinweg schonmal angefahren hatten. Nur viel größer und mächtiger.


    Das Problem:

    Denzel sagt dazu folgendes in Kurzform:


    Fahren sie nicht alleine

    Fahren sie nicht bei schlechtem Wetter

    Fahren sie nicht in die Dunkelheit hinein

    Fahren sie nur mit Allradfahrzeugen mit ausreichender Bodenfreiheit

    Fahren sie nur vollgetankt los


    Klingt alles andere als einfach. Aber,...wir haben einen Panda. Und wir müssen weiter ziehen richtung Norden . Nach kurzer Überlegung bekam ich von meiner Frau das GO !


    Das ist die Schlüsselstelle. Ab hier gab es keinen festen Boden mehr unter den Füßen. Was uns ab hier bevorstand,konnten wir uns zu dieser Zeit nicht ansatzweise vorstellen.



    Der Pass schlängelte sich von Kehre zu Kehre immer weiter hinauf. Anfangs noch mit gutem Schotter....


    ...später wich der Schotter einem Mix aus losem groben Geröll,Steinlawinenresten und tiefen Auswaschungen von Felsrutschen aus vergangenen Tagen. Leider gibt es von diesen Passagen keine Fotos. EInfach aus dem Grund,weil wir so

    beschäftigt waren,nicht abzustürzen. Für Fotos gab es einfach keine Gelegeneheiten mehr. Dieser Offroadtrip war der schlimmste Härtetest für uns alle. Extreme Steigungen,tiefe Furchen,wo unser Panda das erste Mal seine Sperre benutzen musste. Ich war auf diesem Trip nervöser wie auf meiner ersten Runde auf der Nordschleife. Ich hatte irgendwann wirklich Bedneken dass wir es nicht schaffen könnten,das Wetter umschlägt oder der Panda schlappmachen könnte. Hier oben gibt es keine Hilfe mehr.


    Irgendwann kamen wir an einem Grenzstein vorbei mit einer kleinen Anhöhe. Hier konnten wir das erste Mal stehen bleiben und eine kleine Pause für Mensch und Maschine einlegen.


    Einmal von Frankreich aus fotografiert....


    ...und einmal von Italien aus fotografiert.


    Als mein Adrenalin nach dieser Fahrt wieder in den Normbereich rutschte,konnte ich es nicht lassen mir einen keinen Spaß zu erlauben.

    Ich stellte mich etwas abseits des Grenzsteins und pinkelte von einem Land zum anderen. ;)


    Nach dieser kleinen Pause ging er weiter. Laut Denzel geht diese Route ca. 65km und man braucht dafür etliche Stunden. Die Hälfte hatten wir ca. geschafft. Und genau hier gibt es einen sogenannten " Notausstieg". Wenn das Wetter umschlägt oder andere Probleme auftreten,kann man hier,an diesem einzigen Punkt,die Route abkürzen und steil bergab ins Tal zurückfahren,um dann über die Asphaltroute zum Tendapass zu gelangen.


    Wir hatten lange überlegt und vor Ort noch den Denzel studiert,uns dann aber tatsächlich für den Notausstieg entschieden. Die Route bis hier hoch war schon sehr sehr unspruchsvoll und sollte im weiteren Verlauf noch schlimmer werden.

    Es war schon früher Nachmittag und die Vernuft hatte letztendlich dann doch gesiegt.


    Noraussteig nach La Brigue


    Der Schotterpass bis nach La Brigue war ebenfalls nicht ohne,aber mit dem Panda locker machbar.


    Ein Panda für alle Fälle !<3


    Unten angekommen bekamen wir plötzlich Zeitdruck. Der neue Tendapass-Tunnel wurde tatsache 3 Tage zuvor erst eröffnet und konnte nur in bestimmten Zeitfenstern befahren werden. Zu unserem Bedauern stellten wir fest,dass die letzte Durchfahrt von Süd nach Nord nur bis 14 Uhr 30 geöffnet hat. Die Uhr schlug in diesem Moment 14 Uhr 15. Und es waren noch 15 km. =O


    In diesem Moment war klar,dass wir nur zwei Möglichkeiten hatten. Irgendwo im Nirgendwo ein Lager aufschlagen. Oder dem Panda die Sporen geben und versuchen,rechtzeitig am Tunnel anzukommen.

    Wir entschieden uns für Variante Zwei. Wir sattelten die 95 Turbo Pferdchen und trieben den Panda mit der Peitsche die frisch geteerte Passstraße hinauf. Ich sah drei Kehren vor dem Ziel,wie die Bauarbeiter schon die Ampel umstellen wollten,aber dann kurz inne hielten,als sie den weißen Bären um die Ecke fegen sahen . Um exakt 14 Uhr 29 flog der Panda an den Bauarbeitern vorbei,die das ganze schmunzelnd mit einem Daumen nach oben erwiderten.


    Nach der Tunneldurchfahrt waren wir wieder in Frankreich und schlängelten uns einen letzten Pass hinauf,bis wir am Fort Central ankamen,

    Ein letzter Blick hinunter zur Tunneleinfahrt im Tal....


    ...und schon stand wieder die allseits bekannte Frage im Raum: " Was Essen wir und wo schlafen wir ? "


    Ende Teil 13, Fortsetzung und Endspurt folgt morgen ! Vielen Dank fürs mitlesen! ;)

    Teil 12


    Am nächsten Morgen verließen wir Menton relativ zeitig. Fährt man unten an der Küste richtung Osten,überquert man zeitnah die Grenze nach Italien. Nach wenigen Minuten waren wir also im schönen Ligurien. Die Ligurische Küste ließen wir allerdings links liegen und fuhren ein Stück ins Innland. Dort trafen wir auf Empfehlung eines Bekannten auf das kleine Örtchen " Dolceacqua". Dieser alte Ort ist an Symphatie kaum zu überbieten. Er liegt an einem kleinen Fluß,hat eine wunderschöne Allstadt und uralte urige italienische Häuser mit engen Gassen. Wenn man hier so durchschländert könnte man meinen,man wäre in einem anderen Jahrhundert unterwegs. Der Italien Flair,der uns etwas verloren gegangen war,blühte hier plötzlich ohen Vorwarnung auf. Über Booking buchten wir uns dort spontan zwei Übernachtungen weil wir schon die Vorahnug hatten,dasss wir hier was verpassen könnten. Dieser Ort hat in kürzester Zeit unser Herz erobert.



    Das dritte Fenster von links,rechts unten in der Mitte schräg rüber ist unsere Wohnung ! ^^


    Erst wußten wir nicht wo wir überhaupt hin müssen. Wo ist der Eingang?


    Es stellte sich heraus,dass sich unsere Wohnung direkt überhalb dieser tollen Bar befand. Keine deutschen Touris weit und breit ( außer uns ;)),sondern nur Einheimische und Dolce Vita :love:


    Nach einer kleinen Stärkung...


    ...haben wir unsere Wohnung bezogen. Wir trauten unseren Augen nicht,als wir das erste mal unsere Dachterrasse betraten. Ist das ein Scherz? Träumen wir gerade? Das darf doch nicht wahr sein....




    Ein wundervolles Fleckchen Erde. Hier haben wir die nächsten zwei Abende verbracht. Seele baumeln lassen,entspannen und das Leben genießen.



    Nach insgesamt drei Tagen in Dolceacqua und einem letzten Abend in der Allstadt...


    ....mussten wir wieder weiter ziehen. Der Panda und die umliegenden Berge jaulten wie ein paar einsame Wölfe. Seid ihr Camper? JA wir sind CAMPER ! Dann kommt aus eurem Loch gekrochen,wir müssen weiter !!!! Ja,Wir kommen ja schon nach unten. Wir müssen weiter...||


    Arrivederci ,Dolceacqua ! Wir werden uns wieder sehen,versprochen !



    Ende Teil 12,Fortsetzung folgt....

    Teil 11


    .....tatsache, da ist das Meer !!!! Dies war der Moment,der einen neuen Flow in den Urlaub brachte. Weg von der Einsamkeit, hinein in die oberflächliche Welt der Schönen und Reichen!



    Uns hat das Herz geblutet als uns bewußt wurde,dass die Route des Grandes Alpes in wenigen Minuten Geschichte sein wird. Wir hatten hinter dem kleinen Sankt Bernhard Pass die erste Berührung mit ihr und sie seitdem,bis auf ein paar wenige Ausnahmen,eigentlich nie mehr richtig verlassen. Es war eine wunderschöne Route über die höhsten Alpenpässe,die man befahren konnte. Sie hatte in unserer Zeit,in der wir sie befuhren,so viele tolle Momente für uns parat. Wir haben auf ihr geschlafen,gegessen,....uns betrunken. Das braune längliche Straßenschild der Route des Grandes Alpes prangte mittlerweile sogar schon als Aufkleber hinten auf dem Panda. Wir waren mehr oder weniger schon Eins mit dieser Route. Und jetzt,da unten in Menton,soll alles vorbei sein????? Laut dem Denzel Reiseführer endet die Route des Grandes Alpes am Hafen von Menton und man hat somit 680km auf ihr zurückgelegt.


    Wenigen minuten später kam die Ortsdurchfahrt...


    ...und hier war es offiziell vorbei. Die Routes des Grandes Alpes ist bis auf den letzten Meter gefahren ! Wir stehen an der Cote d´Azure.


    Menton und Monaco verbinden nur wenige Kilometer. Da wir auch noch nie in Monaco waren,stürzten wir uns in das letzte Abenteur für diesen Tag. Die Stadtdurchfahrt und Formel 1 Piste in der Rushour von Monaco ! Eine tolle Idee,...wie wir später herausfanden....||


    Unserem Freundes und Familienkreis zuhause versprach ich vor dem Urlaub Beiweißbilder aus dem F1 Tunnel,aus der Hairpin am Casino und aus dem Yachthafen von Monaco. Und ich habe auch alles dafür getan,damit dieses Versprechen eingelöst und auf Fotos,sowie Videos verewigt wird. :thumbup:


    Nach einer Stunde Stau im dichten Stadtlabyrinth von Monaco entstanden schließlich diese epischen Bilder eins völlig verstaubten und verdreckten Fiat Pandas 4x4 in voller Aktion !


    Hier steht er mit eingeschalteter Launch-Control im Drehzahlbegrenzer vor dem Tunnel und zieht beim Losfahren gleich 4 schwarze Streifen in den Asphalt


    Hier bretter ich wie ein Wahnsinniger durch die F1 Haarnadelkurve am Casino


    ...und hier stehen die Drei von der Tankstelle am Yachthafen und freuen sich wie nach einem Lottogewinn. Wir haben es geschafft !


    Walter Röhrl erzählte mal in einem Interview,dass er Monaco und den ganzen Trubel gar nicht mag und mal in einem Ort oberhalb von Monaco war. La Turbie. Von dort ist er dann die ganzen Kehren hinunter nach Monaco gefahren und hatte von dem tollen Ausblick auf das Meer geschwärmt.


    Diesen Ort La Turbie haben wir direkt nach diesem Hafenfoto auch angesteuert und uns etwas ganz Besonderes gegönnt.


    Wir waren nach 10 Tagen Urlaub das allererste Mal in einem Restaurant essen. Mein Gott hat das gut getan. Zivilisation und Bedienung , statt Einsamkeit und Gaskocher. Für diesen Abend hat das perfekt gepasst.


    Danach haben wir uns zur Feier des Tages spontan eine Nacht im Ibis Hotel in Menton gebucht,um EINMAL im Urlaub in einem richtig Bett zu schalfen. Eine Nacht im Dachzelt wäre da unten an der Küste sowieso schwierig geworden. Es ist alles eng und stadtnah. Nicht unbedingt geeignet zum Wildcampen. Und es hatte auch einfach mal gut getan zum Kräfte sammeln. Denn wie es ab hier weitergehen sollte,wußten wir ehrlicherweise nicht. Mein Plan ging nur bis Monaco.


    Bella war bis zu diesem Zeitpunkt völlig entspannt. Aber Monaco und Menton haben ihr plötzlich ganz schön zugesetzt. Die Hitze und der Trubel ist nichts für alte Hunde.


    Ein letzter Abendspaziergang am Strand von Menton.....


    ...und dann sagten wir gute Nacht und lebe Wohl, Cote dÁzure !


    Ende Teil 11,Fortsetzung folgt...

    Teil 10



    Der Col de Turini ist Dreh und Angelpunkt der Rally Monte Carlo und die spektakulärste Wertungsprüfung. Das Tückische an diesem Pass ist,dass es eigentlich eine Asphaltprüfung ist,das Wetter aber Anfang Januar selbst hier in den südfranzösischen Alpen unberechenbar sein kann. Hat man unten am Start noch trockenen Asphalt,kann es ein paar Kehren später schon Blitzeis gegeben haben. Oben auf dem Col de Turini liegt dann wenn man Pech hat Schnee. Deshalb ist diese Rally so besonders.


    Wir kamen also oben an und ich lief voller Euphorie zum Hotel Trois Vallees,um dort drin ein wenig zu stöbern. Hier soll es Souveniers Shops geben und man kann etliche alte Rally Schilder und die unzähligen Unterschriften der Fahrer an der Wand bestaunen. Genau richtig für einen warmen Sommerabend. Aber schnell machte sich Ernüchterung breit. Das Hotel war geschlossen. Und auch sonst hatte da oben bis auf ein etwas in die Jahre gekommener Biergarten nichts auf.

    Ich war ehrlich gesagt enttäuscht. Alles sah relativ verlassen,ja fast schon runtergekommen aus. HIER ist einmal im Jahr die Monte? Mit tausenden von Fans,die mit Raketen und Bengalfackeln am Hotel stehen und die Autos bejubeln,die hier driftend den Berg hoch kommen? An diesem Juni Abend konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen.

    Etwas geknickt liefen wir wieder zum Panda und überlegten,was wir jetzt machen.


    Für mich war allerdings schon auf der Auffahrt zum Col de Turini klar,was wir machen....;)

    Ich wollte zurück zur Strecke. In eine dieser Kehren weiter unten,da wo auf der Rally richtig die Post abgeht. Ich wollte der Monte so nah wie möglich sein,sie riechen und spüren.

    " Du willst doch nicht allen ernstes jetzt zurückfahren und dich da unten über Nacht in so eine Kehre stellen....,ODER? " DOCH!!!

    Genau das wollte ich. Und ich hatte mir auf der Hochfahrt auch schon eine ausgesucht. Da wir ja von der vorherigen Nacht wussten,dass ein Pass abends immer leerer wird und Nachts dort niemand mehr fährt,war die Idee doch gar nicht so

    schlecht. Wir fuhren also ca. 15 min wieder etwas hinab ,bis wir mitten auf der " Wertungsprüfung" ,auf halber Strecke zum Turini, halt machten. Diese wunderschöne Haarnadelkurve lag mittlerweile im Schatten eines Baumes. Perfekt,hier bleiben wir !




    Als der Abend fortgeschrittener war und die letzten Motorradfahrer grüßend durch die Kehre verschwanden,wurde es ruhig. Richtig ruhig. Das war wieder genau meine Zeit. Man konnte einfach zu Fuß durch diese Kehren schländern,wo seit 50 Jahren einmal im Jahr die brutalsten Rallyautos auf Zeitenjagd gehen. Ein herrliches Gefühl....


    Diese einzigartige Sommernacht am Fuße des Col de Turinis werde ich niemals vergessen !




    Als ich uns am nächsten Morgen auf dem ersten Stein der Mauer erfolgreich verewigt hatte,ging die Reise weiter.


    Wir fuhren wieder über den Turini und dann die südliche Rampe richtung Sospel hinunter,die ebenfalls eine Wertungsprüfung darstellt und fast noch spektakulärer ist.



    Als wir unten am Fuß des Passes ankamen,ging es noch ein wenig schlängelig weiter bergab,bis wir plötzlich schemenhaft irgendetwas am Horizont erkennen konnten. Ist das etwa....?=O


    Ende Teil 10 , Fortsetzung folgt....

    Teil 9


    Wie oben schon erwähnt,wurden die Tage heißer,die Berge flacher ( im Vergleich zu den 3000ern ) und die Vegetation mediterraner.

    Früh morgens wachten wir nach einer sehr ruhigen Nacht auf,packten unseren Krempel relativ schnell wieder zusammen,um nicht wieder von einem Schäfer überrascht zu werden,der vielleicht diesmal nicht ganz so entspannt sein würde.

    Dies war die erste Nacht an einer ansonsten viel befahrenen Passstraße. Aber der Verkehr beruhigte sich gegen abend immer mehr,bis nachts niemand mehr auf der Straße unterwegs war. Mit diesem Wissen fuhren wir weiter und ich schmiedete heimlich schon einen perfekten Plan für die nächste Nacht,denn ich wußte zu diesem Zeiztpunkt schon ganz genau,wo sie stattfinden würde... ;)


    Ohne Frühstück und Dusche fuhren wir also vom Col de Cayolle weiter und fanden ein paar Kilometer weiter eine ganz tolle Location. Zufällig. Ein ehemaliger Wohnmobilfahrer,der sein Hobby an den Nagel gehängt hatte,hatte sich in seinem Garten drei Stellplätze geschaffen für Camper auf der Durchreise. Mit dabei,...eine Duschmöglichkeit,incl Strom und Wasseranschluß. Kurzer Hand fuhren wir diese Privatadresse an und fragte höflich,ob wir bei ihm mal duschen und Strom laden dürften.

    Für 5 Euro (wir haben 10 gegeben ) haben wir also ca. 2 Stunden dort gestanden,in Ruhe geduscht,unsere Powerstation vollgeladen und ausgiebig gefrühstückt.




    Das Grundstück war liebevoll hergerichtet und das ältere Ehepaar super freundlich. Eine wie ich fand sehr tolle Idee,um sich ein paar Euros dazu zu verdienen.

    Nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir weiter. Das nächste kleinen Highlight lag wieder direkt auf unserer Route. Die Daluis Schluchten,eine rote Felsformation mit wildem Straßenverlauf und einer Steinskulptur am Straßenrand in Form einer Frau mit Kopftuch. Sie ist die Bewacherin der Schlucht und passt auf,dass man nicht verunglückt. So zumindest die Sage.



    Die Offroadreifen kommen hier langsam an ihre Grenzen. Es schmiert in jeder Kurve und je heißer es wird,desto schlechter wird das Fahrverhalten. Aber,...wir fahren keine Wertungsprüfung und somit versuchen wir einfach so verschleißarm wie möglich vorwärts zu kommen. Die Gegend ist mal wieder absolut atemberaubend.


    Ein paar Kilometer später besorgen wir uns nochmal die typisch französischen Gebäckstückchen für Zwischendurch. Diese gibt es nahezu in jeder Boulangerie hier auf der Route.



    Ein paar Kilometer später muss ich nochmal stehen bleiben und ein Foto schießen.


    Und wieder übermannt mich hier bei dem Anblick ein leichtes Gänsehautgefühl. Wieder riecht es nach Benzin,Gummi und Feuerwerk,diesmal etwas intensiver. Ich weiß,dass es nicht mehr lange dauern kann. Diese Straßenzüge sehen derer die ich meine so verdammt ähnlich aus. Vermutlich werde ich in Kürze irgendwo ein Schild entdecken mit zwei Ortsnamen drauf. Beim Lesen werden dann wahrscheinlich meine Knie wegknicken vor Aufregung.:S


    Ein paar Kehren und Kurven später ist es soweit....


    Ein unbedeutendes Schild am Straßenrand. Es zeigt nach links mit dem Ortsnamen La Bollene-Vesubie. Mein Blut gefriert in den Adern. "Mach ein Foto,mach ein Foto! " " Und ich muss hier außerdem links abbiegen".

    Meine Frau zückt ihr Handy,schießt ungläubig dieses Foto und schaut zu mir rüber. " Bleib gaaanz cool " . Was ist denn da so toll dran?


    Dann fing ich an zu erzählen und zu erklären,während ich noch ein paar letzte Ortschaften passierte.


    Die Strecke von La Bollene-Vesubie richtung Sospel ist nicht nur ein Teilstück der Route des Grandes Alpes. Und es ist auch nicht einfach nur eine Verbindungsstrecke richtung Meer. Nein....


    DIESE Strecke führt hoch auf den Col de Turini. Der Col de Turini ist Start und Ziel der berühmtesten Rally der Welt. Der RALLY MONTE CARLO. Die Mutter aller Rallys. Über mehrere Jahrzehnte wird sie schon ausgetragen.


    Wer die Monte gewinnt,macht sich unsterblich. Auf dieser Strecke waren alle Rallygötter schon mit ihren Boliden unterwegs. Damals in den frühen 80ern mit den halsbrecherischen Gruppe B Monstern,später mit den Gruppa A Boliden.


    Walter Röhrl,Juha Kankkunen, Carlos Sainz,Colin MCRae, Richard Burns, Sebastian Loeb,Henri Toivonen, Michelle Mouton.... alle haben sich hier auf dieser Wertungsprüfung verewigt. Für mich ist das absolut heiliger Boden,den ich dort erstmals

    in meinem Leben befahren werde.

    Zwar mit einem Fiat Panda,aber das war mir völlig egal. Ich wollte diese Strecke,die ich unzählige Male auf der Playstation im blauen Subaru Impreza hochgeheizt bin,endlich mal live sehen.


    Nach der letzten Ortschaft ging es steil bergauf. Die ersten Kehren waren noch halbwegs übersichtlich,dann ging es die lange Passage an der halbhohen Mauer hinauf bis zu dem kleinen Tunnel,wo ich auf der Playstation meistens einen Tick zu schnell und im falschen Gang bin.

    Die enge Passstraße schlängelte sich immer weiter rauf und führte dann durch ein enges Waldstück mit steilen Abhängen am Rand. Hier sieht man sogar immer noch Spuren der letzten Rally Monte Carlo. Ausgerissene Mauersteine,Reifenspuren vor jeder Kehre,die durch das Anstellen mit der Handbremse entstanden sein mussten. Dann plötzlich eine lange Bremsspur ,die in den Wald führt. Da war wohl auch einer im falschen Gang...=O


    Nach unzähligen engen Kehren und Haarnadelkurven haben wir es dann tatsächlich geschafft.....<3


    Wir sind oben angekommen am COL DE TURINI !



    Ende Teil 9 , Fortsetzung folgt....

    Teil 8


    Wir verlassen Le Vernet und begeben uns wieder auf die Suche nach einem Schlafplatz. Erneut finden wir in einem Waldstück eine verlassene Picknickstelle,die sich perfekt für eine ruhige Nacht eignet.


    Am nächsten Tag erklimmen wir den höhsten alphaltierten und zu befahrenen Pass der Alpen. Den Col de la Bonette. Er misst 2802m. Nach dieser Auffahrt hat der Panda seinen neuen persönlichen Rekord gebrochen. Und wie man auf dem Foto sehen kann, der Rennradfahrer auch. Er war so am Ende seiner Kraft,dass er sich eine halbe Stunde gegen den Panda legte und auf der Straße einschlief. Der Panda war sein persönlicher Schattenspender und ( vermutlich) Retter in der Not. ;)



    Wir sind die letzten Meter bis zum Gipfel zu Fuß raufgelaufen,damit sich Bella auch ihren persönlichen Rekord sichern konnte. 2868 Meter !



    Der Ausblick ließ keine Wünsche offen...


    Die Abfahrt ging relativ gut und wir sahen das erste Mal ein Verkehrsschild mit der Aufschrift " NICE" ,bzw. Nizza. Ab hier war klar,der Süden ruft.


    Der nächste Pass war der Col de la Cayolle,der schon sehr viel mediterraner wirkte.


    Auf der Rückseite des Cayolles musste ich kurz stehen bleiben und mich sortieren. Der Anblick dieser Kehren ließ mich kurz inne halten. "Diese Optik kenne ich irgendwo her". Ich wusste zu diesem Zeitpunkt,dass mein großes Ziel nicht mehr weit weg sein kann. Es riecht hier schon irgendwie nach....,Gummi,..Benzin,...Feuerwerk? Oder bilde ich mir das nur ein? Ich weiß zumindest,dass mich in den nächsten ein bis zwei Tagen ein Pass erwarten wird,der mir als Rallyfan wahrscheinlich eine kleine Freundenträne die Wange runterlaufen lässt. Aber,soweit sind wir nicht.... NOCH nicht...


    Etwas weiter unten finden wir durch Park4Night eine perfekte Schlafstelle. Unweit der Landstraße führt ein schmaler Wiesenweg nach unten und mündet,unterhalb des Passes,auf einem Wiesenstück. Hier ist der perfekte Platz zum Übernachten.


    Dieser Straße werden wir morgen früh weiter folgen,...immer richtung Süden. Und dieser Abend veränderte auch den kompletten Urlaub. Exakt an dieser Stelle haben wir die imaginäre Grenze von Norden nach Süden überquert. Die Murmeltiere haben nun ihren Staffellauf hier beendet und ihn an die Zikaden abgegeben. Dieser Abend war der Beginn eines Zikadenkonzertes,dass uns den restlichen Urlaub begleiten sollte. :love: Und es war der erste Abend ohne Lagerfeuer. Es war einfach zu heiß und zu gefährlich.


    Gute Nacht !



    Ende von Teil 8 und dem Norden ! Fortsetzung für den Süden folgt die nächsten Tage ! Versprochen! Bis hier schonmal vielen Dank fürs Mitlesen. Ich hoffe es gefällt euch. Bis bald !

    Teil 7


    Die Nacht war totenstill und die französische Tierwelt lies uns am Leben ! ;)


    Als die Sonne langsam aufging und ich gerade draussen war um Kaffee zu kochen,hörte ich plötzlich ganz seltsame Geräusche. Es klang wie eine Autotür. Aber von wem? Wir sind hier alleine am Fluß. Im Wald. Komisch?


    Madamme und Hund waren mittlwerweile auch aufgestanden und saßen vor dem Panda,als ich wieder ein Geräusch hörte.

    Ich bin froh das ich das damals fotografiert und auch gefilmt habe,sonst würde einem das niemand glauben,was 2 min später passiert ist.


    Erst eins,...dann fünf,...und dann rief ich nur noch zu meiner Frau rüber.. " Pack die Bella in den Kofferraum! JETZT !!!!!! !"



    Ein paar Schäfer haben weiter hinten ihre Schafe in die Berge getrieben. Naturlich genau durch unseren Panda .:D


    Es war einfach unglaublich. Als der Schäfer dann mit seinen Hunden mit durchs Gemenge kam dachte ich schon,...Ok,jetzt gibts den Anschiss des Lebens. Wir stehen hier mit dem Auto mitten im Wald. Der kackt uns garantiert dermaßen zusammen.


    Weit gefehlt. Mit einem freundlichen " Bonjour Monsieur" begrüßte er mich grinsend und lief seelenruhig weiter,als wäre es das Normalste auf der Welt. Jaja,die "bösen" Franzosen,gell?


    Als wir uns wieder gesammelt hatten,packten wir alles ein und verließen unseren Schlafplatz naturlich wieder genauso sauber,wie wir ihn vorgefunden hatten.

    Ein paar Kiloeter weiter fuhren wir noch schnell eine 20 %ige Steigung auf eine Anhöhe hinauf,wo kein Mensch mehr hoch kommt,um dort in Ruhe duschen zu können.Unser Duschgel/Shampoo war biologisch abbaubar,somit nicht schädlich für die Umwelt,falls jemand fragen sollte. Mittlerweile waren wir in Sachen Duschen Vollprofis und hatten den Panda samt Wasserkanister zur Außendusche umfunktioniert.


    Schon daheim hatte ich mir grob aufgeschrieben,was ich alles sehen und erleben möchte. Eine Location war ehrlicherweise sehr speziell und so manche Leute aus dem Bekanntenkreis haben mich etwas seltsam angeschaut,als ich ihnen davon erzählt hatte. Aber ich wollte es einfach nicht auslassen,da es ziemlich genau auf unserer Route lag und ich mich mit dieser Geschichte schon eine längere Zeit lang beschäftigt hatte.


    Die Fahrt führte uns anfangs auf der Route des Grandes Alpes richtung Süden weiter,zweigte allerdings am Lac de Serre-Poncon nach Westen ab.

    Hier merkt man langsam ,dasss sich die Vegetation verändert. Man merkt es,riecht es und hört es. Es wird mediterraner.



    Unsere Fahrt führt uns zu einem völlig unscheinbaren Dorf namens Le Vernet.


    Es wurde 2015 leider durch einen tragischen Flugzeugabsturz weltweit berühmt. Hier,inmitten der französischen Alpen,in extrem unwegsamen Gelände,verunglückte die German WIngs Maschine und

    zerschellte in den Bergen. Hier befindet sich auf dem ortlichen Friedhof eine Gedenkstätte für die Opfer,die nicht identifiziert werden konnten.



    Die eigentliche Absturzstelle liegt in einem sehr schwer zu erreichendem Gebiet. Ich wollt es trotzdem nicht unversucht lassen und habe mich dazu entschieden,dort hinzufahren,bzw. das letzte Stück hinzulaufen, da dort,an der Absturzstelle,ebenfalls ein Memorial in Form einer goldenen Kugel aufgestellt wurde. Viele der Angehörigen reisen trotz dieser langen Zeit immer noch hier her,um ihren Verstorbenen ganz nah zu sein.


    Bis zu diesem Punkt und nicht weiter. Der restliche Weg geht nur zu Fuß. Meine Mädels haben zwar kein Bock,kommen aber mir zu liebe mit....



    Nach einem längeren Fußmarsch kommt man an einer Art Aussichtsplattform an. Dieses Schild dieht als Mahnmal und direkt daneben befindet sich ein Metallrahmen. Schaut man durch diesen durch,sieht man in ca. 3km Entfernung den Absturzpunkt in der V förmigen Felswand,wo auch die goldene Kugel aufgestellt ist.


    Manche Angehörigen sind von hier aus noch bis zur Kugel gelaufen,obwohl das Gebiet durch einen Felssturz vor ein paar Jahren unpassierbar wurde. Ich wollte mich dieser Gefahr bei der Hitze nicht aussetzen und habe die Drohne steigen lassen. Vorher habe ich mich naturlich vergewissert,dasss wirklich niemand in der Gegend ist. Wir waren dort völlig alleine.


    Wenn man an diesem Ort ist,zieht es einem die Lungen zusammen. Ich wollte diesen Ort nicht aus Sensationsgier besuchen,sondern das Memorial sehen und es als solches auch behandeln. Es wurde aufgestellt,damit dieses Ereigniss nicht vergessen,sondern besucht wird. Das war mein Ziel. Die goldene Kugel hat 149 goldenen Platten. Je eine für ein Todesopfer. Der Pilot hatte damals erweiterten Selbstmord begangen und das Flugzeug absichtlich abstürzen lassen.

    Ich hoffe ich bin hier niemanden damit zu nahe getreten oder habe Wunden aufgerissen. Das war einfach ein Ort den ich besuchen wollte,um sich auf dieser verrückten Reise mal wieder sammeln zu können und erinnert zu werden,wie schnell alles vornbei sein kann und das man jeden Tag genießen sollte. Falls hier Angehörige mitlesen entschuldige ich mich für die Bilder.


    Ende Teil 7, Fortsetzung folgt...

    Teil 6


    Daaaa oben waren hier !


    Nach erfolgreichem Abstieg ins Tal führte uns unsere Route abermals über die Grenze nach Frankreich und wir waren wieder auf der Route des Grandes Alpes. Über den Col du Telegraphe....


    ...wo wir erneut ein Lager aufschlugen...


    ...und eine ruhige Nacht verbrachten....


    ...ging es am Morgen danach mit einer kleinen Zwischenladung unserer Powerstation....


    ...weiter richtung Col du Galibier. Die Auffahrt war wunderschön und die Aussicht von da oben ein weiteres Highlight der ganzen Tour. Hier habe ich mir das erste Mal ein leistungsstarkes Auto oder das Motorrad herbeigewünscht. Die Kehren und die Landschaft schreien förmlich nach einem performanten Untersatz.




    Im Tal angekommen war es wieder mal Zeit für die übliche Frage: " Essen und Schlafen? "

    Ursprünglich wollte ich noch einen anspruchsvollen Schotterpass mitnehmen,den Col du Parpaillon. Aber dieser war ( zum Glück) gesperrt wegen Erdrutschen in der Vergangenheit. Laut Denzel ist er auch alles andere als einfach und sollte auch mit Bedacht erklommen werden. Der Tag war fast rum,die Zeit fortgeschritten,und somit haben wir uns am Fuße des Parpaillon einen Schlafplatz an einem Wildbach gesichert. Völlig alleine,nur das laute Rauschen des Flusses und das übliche Rauschen der Berge im Hintergrund war zu hören. Das war tatsächlich das erste Mal,wo selbst mir etwas mulmig wurde. Laut Google gibt es in diesem Gebiet keine Bären,nur vereinzelnd,ganz selten,mal Wölfe. Ansonsten keine gefährlichen Wildtiere.

    Wir hatten den Panda direkt neben einem Picknick Tisch geparkt,mitten in einem Waldstück direkt am Bach in der Hoffnung,dass uns keiner sieht.




    Um sicher zu gehen,postete ich erstmal in meinem Whatsapp Status unseren aktuellen Standort. Für den Fall der Fälle das wir von der Natur aufgefressen werden und uns unsere Angehörigen suchen wollen....


    Haben wir die Nacht gut überstanden?


    Ende Teil 6 , Fortsetzung folgt...

    Teil 5


    Nach unzähligen kniffeligen Passagen auf losem und groben Schotter tauchte plötzlich ein schwarzes Loch vor uns auf. Ein Tunnel,der den riesigen Berg durchstach.Nichts ahnend fuhren wir hinein. Kein Licht,Betonplatten und später grober Schotter als Untergrund und so schmal,dass nur ein Auto hindurchpasste. Wir dachten anfangs,der Tunnel wäre vielleicht 50 Meter lang.

    Es stellte sich aber später heraus,dass er fast einen Kilometer lang ist,etliche Kurven aufweisst und zum Schluß,auf den letzten 100 Metern auch noch unter Wasser stand. Für jeden Menschen mit Platzangst wäre dies die absolute Hölle gewesen.

    Man hat dort absolut nichts gesehen,bis auf das bisschen,was die funzeligen Panda Birnen hergegeben hatten. Nach 5 min Blindflug und Angst,dass er entweder einstürzt oder irgendjemand entgegen kommt, sahen wir plötzlich das berühmte Licht am Ende des Tunnels.

    Als wir wieder draußen waren entstand dieses eine Foto hier,was nur ansatzweise erahnen lässt,wie eng und schwarz dieser Tunnel gewesen sein muss.


    Als unsere Augen sich wieder an das Tageslicht gewöhnt hatten,konnten wir nicht glauben was wir sahen...



    Die alte Seguret Festung mitten auf einem Plateau. Schönstes Wetter,gepaart mit Abendsonne. Womit haben wir das verdient?:love:



    Es war schnell klar,dass wir dieses Geschenk annehmen müssen. Und somit war unserer nächster Schlafplatz gesichert.


    Ich glaube ich muss nicht weiter erwähnen,dasss ca. 10 min später ein Lagerfeuer angezündet wurde,oder?



    Diese Aussicht,diese Ruhe,...und dieses einfache Camperleben,hier war dann für uns jeder Zweifel wie weggeblasen. DAS ist pures Campen. Dafür wurden solche Autos und solches Equipment erfunden. Einfach ein Träumchen!


    Die Nacht war windig ,aber sternenklar. So klar,dass man trotz 2200m Höhe unten die Stadt erkennen konnte.


    Am nächsten Morgen stellte ich fest,dass wir doch nicht alleine waren. Zwei einsamen Offroad-Cowboys mussten wohl nachts auch den Weg hier hoch gefunden haben. Aber von den üblichen Pickups,Landrovern und 4x4 Sprintern,die man weiter unten im Tal gesehen hatte,war hier oben nichts mehr zu sehen. Es hatte sich ausgedünnt,...hier oben war Suzuki Jimny,Landcruiser und Panda Revier. Zumindest für diesen Moment.



    Angestichelt vom Offroad-Teufel,wollte ich an diesem Morgen noch weiter hinauf. Der Monte Jafferau,einer der höhsten Offroadpässe,die man befahren kann,lag uns quasi zu Füßen. Nach langem hin und her fuhren wir die steilen Auffahrt hinauf. Tiefe Verwaschungen,grobes Geröll und Einsamkeit wartete an diesem Vormittag auf uns. Leider mussten wir ca. 150m vor dem Gipfel aufgeben. Ein Schneebrett durchbrach die steile Rampe nach oben. Wir haben uns einfach nicht getraut da drüber zu fahren und sind umgekehrt. Aber,...ein Foto haben wir davon trotzdem noch schießen können.


    Etwas grummelig drehte ich den Panda um und wir krabbelten wieder zurück zur Festung....


    Ende Teil 5, Fortsetzung folgt...

    Teil 4


    Nach einer regnerischen Nacht wachten wir am nächsten Morgen bei frostigen 3 Grad plus auf. Mit halb gefrorenen Fingern klappte ich das Dachzelt wieder zusammen und stülpte,wie jeden Morgen,die klamme Plane über das Dachzelt. "Los,lass uns abhauen!" Frühstück fällt heute aus!


    Aber ein paar Kilometer weiter entspannte sich die Lage. Das Wetter wurde angenehmer ,die Sonne kam raus und die Landschaft belohnte uns mit wunderschönen alten und kleinen Dörfern,...immer entlang der Route des Grandes Alpes. Der Reiseführer hatte bis hierhin Recht,...die Vegetation ändert sich auf der Route immer wieder und es wird nie langweilig.


    Nachdem wir uns in einer Boulangerie etwas zum Frühstück mitgenommen hatten und wir den ersten morgentlichen Kaffee in der Hand hielten,....


    ...waren wir wieder auf der Höhe und bereit für das nächste Abenteuer. Wir wußten,dass es irgendwann mit Offroad losgeht. Aber wir wußten nicht,dass dies schon heute geschieht und wir am abend einen der spektakulärsten Schlafplätze erreichen würden.

    Nach einigen Kilometern kamen wir am Lac du Mont-Cenis vorbei und fuhren plötzlich wieder über die italienische Grenze !


    Durch das Susatal im Piemont ging es immer weiter richtung Süden,bis wir am Fuße des Colle delle Finestre ankamen. Hier bleiben wir kurz stehen und holten ,zusammen mit einer ganzen Horde von Endurofahrern aus Deutschland

    , tiiiief Luft.

    Denn ab hier begann die allererste Offroad-Route für uns. Der erste Schotterpass stand uns bevor. Nicht zu wissen was uns erwartet machte uns zwar nervös,aber nicht ängstlich. "Ich weiß was so ein Panda drauf hat. Der kommt da hoch! Oder? Doch klar,...bestimmt!"


    Etwas zögerlich fuhren wir los. Aber nach nur ein paar wenigen Kehren und Schlaglöchern kamen wir schon zur ersten Schlüsselstelle. Zwei VW T4 Busse aus Deutschland standen in einer Kehre. Einer hochgebockt und zwei junge Kerle mit ölverschmierten Armen und schwarzen Streifen vom Schweiß wegwischen im Gesicht kamen auf uns zu. " Was ist los,kann ich euch helfen? "

    " Unsere Antriebswelle ist aus dem Getriebe rausgerissen ! " WAAAAAS? Ich versuchte mit meinem Werkzeug auszuhelfen,aber leider erfolglos. Ob die Jungs immer noch dort stehen oder ob sie das Auto wieder reparieren konnten,wissen nur die Berge. Ich hoffe sie konnten irgendwann weiterfahren.

    Mit einem mulmigen Gefühl fuhren wir weiter in der Hoffnung,dass uns der Panda ( der mittlerweile Matto hieß ) heile nach oben bringt.



    Je weiter wir nach oben fuhren,desto mehr merkten wir,dass diese Route eigentlich keine große Gefahr darstellte. Ehrlicherweise hätte man das auch mit einem Nicht-Allradfahrzeug geschafft. Aber zum Üben war das wirklich ganz schön,von der atemberaubenden Landschaft will ich auch gar nicht erst anfangen. :love:

    Angekommen am Colle delle Finestre !


    Der Rückweg ins Tal verlief relativ unspektakulär über einen Asphaltpass. Es war noch früh am Tag und wir waren alle noch fit. Warum sollte man hier schon ein Lager aufschlagen? Wir entschieden uns noch etwas weiter zu fahren. Ich wußte,dasss es im Piemont noch diverse richtig harte Offroad- Pässe gibt. Laut Denzel Reiseführer auich einige die man wirklich nur mit einem Geländewagen erreichen kann.Angetrieben von unserem ersten Schotterpass,wollte ich den Tag nutzen und es nicht unversucht lassen.

    " Laut Denzel gibt es hier in der Nähe dieses Fort de Seguret. Eine alte Militärfestung....,wollen wir da mal versuchen hoch zu fahren...? "

    Das waren meine letzten Worte...


    Ab hier war uns dann gegen Nachmittag klar,dass das hier kein Spaziergang mehr ist und wir weiterfahren müssen,egal was kommt. Denn die Zeit,wieder umzudrehen,hatten wir nicht mehr... In der Fliegerei nennt man diesen Moment glaube ich V1. Der Punkt,wo man hochziehen muss,auch wenn man merkt das es schwierig werden könnte.


    Wir sind auf einem steilen Schotterpass mit tiefem Abgrund gelandet. Mit einem Panda ! Alleine ! Wird das gut gehen?......




    Ende Teil 4 , Fortsetzung folgt....

    Teil 3


    Wir lassen das Aostatal hinter uns und bereiten uns auf den nächsten Pass vor. Wir nehmen Kurs auf den Col du Petit-Saint- Bernard, dem kleinen Sankt Bernhard Pass,der wieder eine weitere Grenze frei gibt.


    Arrivederci Italia....


    Bonjour la France!


    Bella ist sich noch unsicher,wo es ihr besser gefällt.


    Bei traumhaften Wetter ging es nach einer kurzen Pause und ein paar Fotos direkt wieder weiter.



    Nachdem wir nun die franzöische Seite wieder bergab hinunterfuhren,sah ich unten im Tal plötzlich ein Straßenschild. Gänsehautfeeling,...Aufregung,...,....ist sie das wirklich? Jaaaa,ab hier sind wir endlich auf der Route,die ich seit Jahren in unzähligen Youtubevideos verfolgt habe. Die legendäre ROUTE DES GRANDES ALPES !<3


    Der Panda betrat hier erstmals heiligen Boden und führte uns mit noch leicht erhöhter Bremsentemperatur auf die nächste Etappe unserer Reise. Der Aufstieg auf einen der höchsten Französischen Alpenpässen. Den Col de L´Iseran !



    Ab hier merkten wir,dass die beiden Bernhard-Pässe zwar ganz nett,aber eigentlich nur dazu da waren, den Motor warm zu fahren. Hier hoch trennt sich die Spreu vom Weizen. Leider (oder zum Glück), war es hier oben relativ kühl. Für den Panda gut,für uns schlecht,denn wir fühlten und plötzlich zurückversetzt in den Februar. Aber,..auch dieser Pass war kein Hinderniss für den kleinen Pandi. Nach unzähligen Kehren stand er dann doch wieder stolz am Gipfel und blubberte seinen Multijet-Leerlauf-Song!


    Da es schon wieder später Nachmittag war,stand wieder die alltägliche Frage im Raum. " Wann essen wir und wo schlafen wir heute?"


    Park4Night brachte uns nicht wirklich weiter,und als wir wieder im Tal ankamen,fuhren wir auf gut Glück immer den Fluß entlang,bis wir eine kleine Einfahrt entdeckten. Diese führte zufälligerweise direkt an das Flußufer,wo wir dann auch unser Lager aufstellten. Selbstverständlich wieder mit dem obligatorischen Feuer.


    Das letzte Foto mit den beiden Bierdosen sollte auch das letzte für diesen Abend sein.....


    ....den kurz danach kam das Gewitter !


    Ende Teil 3, Fortsetzung folgt...

    Teil 2


    Am nächsten Morgen ging es früh los und wir fuhren über Schaffhausen in die Schweiz. Dies war für den Panda vermutlich die allererste Grenzübertretung in seinem Leben. Und es sollte für diesen Urlaub auch die letzte sein,die so easy zu bewältigen war. Alle anderen Grenzen waren,....naja,...dazu kommen wir später....;)


    Es ging eine Zeit lang relativ unspektakulär über die schweizer Autobahnen,bis wir schließlich unseren allerersten Pass zu bewältigen hatten. Den Colle di San Bernardo,oder auch der "Große Sankt Bernhard Pass" genannt. Dieser schraubt sich über viele Kehren auf knapp 2500m hinauf und stellt auf der Passhöhe die Grenze zwischen der Schweiz und Italien her. Es war zu dieser Tageszeit sehr heiß,und die knapp 30 Grad Außentemperatur haben den Panda das erste Mal richtig schwitzen lassen.

    Die Leistung nahm weiter oben immer mehr ab und die letzten Kehren sind wir zum Schutz des Autos mit ausgeschalteter Klimaanlage gefahren,da es sonst eine zu große Qual gewesen wäre.Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht richtig abschätzen,was man dem Auto zumuten kann und was nicht.

    Oben angekommen,bot uns die Natur eine super Ausicht auf das Bergpanorama. Die direkte Grenze wird nur mit einem kleinen Schild und einem Grenzstein markiert. Ein tolles Foto,wie ich damals fande. Ich wußte nicht,dass wir in Zukunft nur noch solche Grenzen überschreiten werden.



    Als kleines Dankeschön an den tapferen Italiener und auch als Erinnerung an seinen allererste Pass und Eintritt in sein Heimatland,bekam er ein kleines Souvenir geschenkt. "Möge er ihm immer Glück bringen auf all seinen Wegen", scherzten wir da oben noch und hingen den kleinen Bernhardiner an den Innenspiegel. ;)


    Da es schon langsam Nachmittag wurde,hielten wir uns da oben nicht allzu lange auf und fuhren auf der italienischen Seite die unzähligen Kehren wieder richtung Tal hinab. Wir befanden uns nun im Aostatal !


    "Irgendwo müssen wir uns jetzt einen Schlafplatz suchen !". Die Show beginnt...,ein für uns völlig fremdes Gebiet liegt uns zu Füßen. Die "Park4Night"-App benutzen wir schon jahre lang und auch dieses Mal finden wir auf der Karte ein kleines Tannenbaum Symbol,welches einen Schlafplatz markiert,der mal von einem anderen Camper entdeckt wurde. Als wir dort ankamen stellten wir fest,dass es dort nicht sonderlich schön ist. Also fuhren wir weiter und sahen plötzlich einen kleinen Schotterweg,der von der Passtraße abgeht. Als wir ihm folgten, strandeten wir plötzlich in einem gewaltigen,grünen Valley mit atemberaubendem Bergpanorama. Nach einem letzten Check entschieden wir uns,hier zu bleiben. Hier stören wir niemanden und können die Nacht in Ruhe verbingen.


    Wir kochten uns das erste Mal ein Abendessen auf dem Gaskocher.....


    ....und dann kam genau meine Zeit !

    Diese Stelle hätte auch als Filmkulisse für einen Bud Spencer Western herhalten können. Also suchte ich Holz,ein paar Felssteine und baute uns ein schönes Lagerfeuer. Dieser Moment,...nur wir Drei,...mit Dachzelt und Lagerfeuer,..draußen in der Wildniss. Das war mein großer Traum. Und hier ging er das erste Mal in Erfüllung. Exakt deshalb,wegen solchen Momenten,wollte ich diesen Trip machen. Einfach pures Campen. Meine Frau gefiel es auch auf Anhieb und wir wußten,dass wir hier das Richtige tun.



    Die Nacht war totenstill und bis auf ein paar Pfiffe der Murmeltiere und das Rauschen des Windes hat man nichts,aber auch gar nichts gehört. :love:


    Der nächste Morgen. Zwei Tage ohne Dusche....,wie kann man das Problem lösen? Daheim dreht man das Wasser auf und stellt sich ins kühle Nass. Aber hier? Man muss einfach erfinderisch sein. Meine Frau ,das Genie,..,löste das Problem ganz easy.

    " Es gibt doch garantiert eine Trucker-App,wo die LKW Fahrer sehen können,an welchen Rastanlagen oder Tankstellen man duschen kann? " ----Ah guck mal,hier gibts eine im Playstore,ich lad die mal runter! ":D


    Eine halben Stunde später standen wir auf einem italienischen LKW-Rasthof im Schatten eines 40 Tonners und überlegten uns,wer jetzt zuerst im Rasthof duschen geht. ;)


    3 Euro und eine viertel Stunde später kam ich frisch geduscht zum Auto zurück und wir machten quasi einen fliegenden Wechsel. Leider fuhr der LKW neben uns direkt weg und der Panda stand somit bei 30 Grad in der prallen Sonne. Eine Lösung musste her!!

    Ich habe dann kurzerhand einen Tesla Powercharger in eine schattige Umkleidekabine verwandelt und konnte dort in Ruhe mit Bella verweilen,bis Madamme wieder kam. Hier wurde mir das erste Mal bewusst,wie einfach das Leben sein kann,wenn man kompromissbereit ist. Diese Einsicht sollte sich im weiteren Urlaubsverlauf noch mehr bezahlt machen..,..


    Eine Teil 2 , Fortsetzung folgt...

    Hallo zusammen !

    Wie von Einigen hier erwünscht versuche ich nun hier unseren diesjährigen Abenteuer-Campingroadtrip so spannend und originalgetreu wie es geht wiederzugeben. Ich erhoffe mir damit, den ein oder anderen inspirieren und daran erinnern zu können,dass das Leben nicht nur aus Luxus und Schnelllebigkeit besteht. Wir sind schon seit Jahren erfahrene Camper,haben eigentlich einen selbst umgebauten Renault Trafic und haben mit diesem kleinen Bus schon einiges erlebt. Aber was uns dieser Panda-Urlaub beschert hat war so mit das Verrückteste,was wir jemals erlebt haben. In unserem Buch der coolen Urlaube hat dieser hier die Führung übernommen. Aber wie kam es überhaupt dazu?

    Nach einigen Jahren Abarth und einem kurzen Abstecher ins E Auto Lager,habe ich mir im Juni diesen Jahres einen gebrauchten Panda 4x4 1.3 Multijet 95 gekauft. Anfangs dachte jeder,ich spinne. Selbst meine Frau. Aber ich hatte mir schon Jahre zuvor immer wieder Panda Videos angesehen und wußte,zu was diese Autos in der Lage sind. Und da ich schon die ganze Zeit heiß auf einen Offroad Urlaub war,hat sich dieser Kauf geradezu aufgedrängt,da diese Pandas ,gerade mit dem Diesel, sehr haltbar und genügsam sind. Quasi der Einstieg in die Offroad Welt,ohne sich gleich einen Defender ans Bein zu binden. Klein,leicht,sparsam und eigentlich ein gutes Alltags-und Pendelauto.

    Als der Panda hier daheim stand,war eigentlich mein Plan,ihn per kleinem Trailer hinten an den Bus zu hängen und mit in den Urlaub zu nehmen. Villeicht gibt es ja in Südtirol oder irgendwo anders ein paar coole Offroadstrecken zum Spielen gehen.

    Aber darauf hatte meine Frau so gar keinen Bock. ( im Prinzip ist sie schuld an allem,was danach passiert ist ;))

    " Also den Panda ziehen wir nicht extra per Anhänger in den Urlaub,das ist doch bekloppt. Wenn, dann fahren wir nur mit dem Panda weg und machen es gleich richtig ! " Das waren ihre Worte. Eigentlich kennt sie mich schon lange genug und müßte wissen,was sie damit angerichtet hat.;)


    Ein paar Tage später habe ich die Rückbank rausgeschmissen,eine gerade Multiplexplatte zugeschnitten ,mit Verstauklappen versehen,sie mit Kunstleder bezogen und in den Panda verbaut. Kurz danach kamen Stollenreifen,Dachträger samt kleinen Vickywood Dachzelt,Dometic Kompressorkühlbox,Mini Campingstühle samt Tisch aus dem Decatlon,25 Liter Wasserkanister und eine Powerstation für autarke Stromversorgung in den Panda. Et voila,...geboren war der Micro Offroad Camper.


    Da ich schon ewig mal die französischen Alpen überqueren wollte und sich dafür die Route des Grandes Alpes perfekt anbietet,haben wir uns als allererstes mal den Denzel Alpenreiseführer gegönnt und eine ausgiebige Planung erstellt,was wir überhaupt machen wollen,bzw. was überhaupt mit dem Auto machbar ist.



    Nach vielen Stunden des Lesens und Planes stand unsere Route entgültig fest. Es wird ein Mix aus Asphalt und Offroad geben,wir werden,soweit es möglich ist,immer woanders schlafen und versuchen,bis nach Monaco zu kommen !!!!

    Wenn wir es wirklich bis da unten schaffen sollten,werden wir am Yachthafen ein Beweisfoto schießen und danach durch die legandäre Formel 1 Haarnadelkurve am Casion und durch den Formal 1 Tunnel fahren!

    Werden wir es schaffen? Das wußten wir zu diesem Zeitraum noch nicht. Wir wussten auch noch nicht,welche Abenteuer uns dazwischen noch erwarten werden. Was wir aber hier schon wußten: Es wird ne wilde Geschichte werden!


    Der Denzel versprach uns eine abenteuerliche Reise über die legandäre Route des Grandes Alpes,...eine Route,die am Genfer See in der Schweiz beginnt und 680km später in Menton an der Cote d´Azure endet. Sie führt über mehr als 20 Alpenpässe. Auf Asphalt und,wenn man möchte, auch auf Schotter.


    Als der Panda fertig umgebaut war ging es auf die Waage. 1400kg voll belanden ohne uns. Das heißt,..er darf noch ca. 200kg zuladen. Die werden wir Zwei , incl. Hund zwar nicht vollbekommen,aber wenn noch ein Ersatzrad und das ganze Werkzeug an Bord ist,werden wir langsam an die Grenze kommen.


    Wassertank voll,Küchenkoffer gepackt, Strom ist an Bord,Auto ist getankt.


    Wir sind insgesamt 18 Tage unterwegs. Aber halt,da war noch was. Unsere Hundin bekommt leider gesundheitsbedingt ein spezielles Futter,welches man nur online bestellen kann. Also brauche wir Platz für 18 Dosen. =O

    Aber glücklicherweise habe ich den doppelten Boden ( zufälligerweise) hoch genug gebaut,sodass wir (fast) alle Dosen dort verstauen konnten. Und so wußten wir auch,dass der Panda von Tag zu Tag leichter werden wird. ;)


    Am 18.Juni 2025 ging die Reise im Vogelsberg in Hessen los...

    Die ersten knapp 300km bis Ingolstadt verliefen,bis auf eine kleine Reifendruckwarnung und anschließendem Reset, völlig problemlos. Der erste Check im Kofferraum verriet uns,....Bella ist gechillt und kommt da hinten gut zurecht. Deshalb konnten wir beruhigt weiterfahren.


    Am abend kamen wir an unserer Lieblingsstelle für Zwischenübernachtungen,in der Nähe des Bodensees,an. Leute aus der Ecke werden eventuell erkennen wo das genau ist.


    Zu diesem Zeitpunkt hier war alles noch sehr vertraut. Diesen Trip hier runter kennen wir wie unsere Westentasche. Aber wir wussten beim abendlichen Bierchen auch,dass ab morgen nichts mehr so sein wird wie vorher. Wir werden völlig fremdes Gebiet erkunden und haben noch absolut keine Ahnung,wo wir morgen abend schlafen werden???


    Als die Sonne langsam über dem Bodensee verschwunden war,legen wir uns schlafen und verbrachten die erste Nacht zusammen mit zwei weiteren kleinen Camper-Vans auf diesem ruhigen Wanderparkplatz. Hier wußten wir noch nicht,dass diese Nacht die letzte in menschlicher Gesellschaft sein wird....



    Ende Teil 1 ! Fortsetzung folgt...

    OK,ich werde die Tage einen eigenen Threads machen über den Trip. Diesmal dann etwas ausführlicher und die Fotos in der richtigen Reihenfolge,sodass ihr "mitfahren" könnt. Schade,dass mir hier keine Videos mit reinstellen kann,meine Frau hat ab und zu wirklich erschreckende Aufnahmen während der Fahrt gemacht ,wo wir uns später dachten....,DA SIND WIR RUMGEFAHREN....?

    Vielleicht mache ich mal einen Kurzfilm auf YouTube,mal schauen.

    Vielen Dank. ;)

    Wenn das erwünscht ist kann ich das gerne machen.


    Dachte nur,es passt hier ganz gut hin weil man dem Diesel auch ein bisschen Aufmerksamkeit schenken sollte. Und man sieht halt auch mal,was mit einem Panda alles so geht.

    Als wir auf 2000m eingestiegen sind,waren wir noch umzingelt von Dodge RAM,VW T5 Syncro usw.


    Aber irgendwann hat sich das immer mehr ausgedünnt.

    Oben auf knapp 3000,kurz vor dem Monte Jafferau ,waren nur noch wir,ein Suzuki Jimmy und ein Toyota Landcruiser aus den 80ern. Das war schon ein cooles Gefühl.


    Geschafft hätten das die anderen auch,aber es war einfach der Gewichtsvorteil und die Größe des Autos. Irgendwenn wird's einfach so eng und schmal,da ist es mit einem riesen Offroad Fahrzeug rum.

    Hier noch rein paar Fotos.


    Monaco darf natürlich nicht fehlen,obwohl das nicht unbedingt das Highlight war. Super voll,super versnobbt..aber,wir waren da.


    Das Bild von der goldenen Kugel und dem Memorial Schild ist die Absturzstelle der German Wings Maschine. Die haben wir auch besucht. Sie befindet sich mitten in den Franz Alpen in extrem unwegsamen Gelände und ist relativ schwer zu erreichen,ist aber Zufluchtsort vieler Hinterbliebenen und auch einen Besuch wert um sich mal zu sammeln auf so einem Trip.

    Ich bin auch gespannt ^^

    Ist der Panda Euro5 oder 6?

    Ich halte dich auf dem laufenden!

    Vllt darf ich dich irgendwann mal besuchen um den Panda von unten anzuschauen, möchte mir die Hinterachse genauer anschauen und den 500 Pflanzenkübel :love:

    Von Frankfurt aus geht das ja

    Moin. Mein Panda ist Euro6. Laufen tut der Multijet95 ja wirklich ganz gut,wenn auch soundtechnisch sehr rau. Ist das bei dir auch so?

    Durch das kurze Panda 5 Gang Getriebe ist er auch nicht unbedingt ein Autobahnjäger. Dafür hat er andere Qualitäten.

    Ich bin mit dem kleinen diesen Sommer auf große Offroad Reise gegangen und habe ihm alles abverlangt,wofür er gemacht wurde.

    Er bekam Stollenreifen,Dachträger samt kleinem Dachzelt,einen ausgebauten Kofferraum samt Rückbankentfernung und Strom Powerstation,Gaskocher,Kühlbox und einen kleinen Wasserkanister spendiert. Dann ging es los:

    Vom Vogelsberg in Hessen über den Bodensee bis zum großen Sankt Bernhard Pass in die Schweiz. Dann Aoastatal Italien,über die Grenze nach Frankreich.

    Ab da dann die komplette Route Des Grandes Alpes .

    Wir haben mit dem kleinen die kompletten Franz Alpen überquert.

    Im Piemont in Italien sind wir die wildesten Offroad-Schotterpässe bis auf knapp 3000Meter hochgekrabbelt,haben an den entlegensten Orten geschlafen,standen an alten Militärfestungen,manchmal mitten im Wald,an Wildbächen und einmal haben wir unsern Panda samt Dachzelt sogar IN einem verlassenen Ski Hotel geparkt,weil es draußen gewittert hat.

    So ging es weiter immer Richtung Süden. Wir haben sogar eine Nacht in einer der legendären Kehren des Col de Turini ( Wertungsprüfung der Rally Monte Carlo) unser Dachzelt aufgeklappt und geschlafen. Irgendwann sind wir dann in Monaco an der Cote d'Azure angekommen und sind mit dem staubigen und dreckigen Panda durch die Formel 1 Haarnadelkurve am Casino und durch den F1 Tunnel gefahren. ;)


    Dort haben wir uns zur Belohnung eine Nacht im Hotel gegönnt,bevor es dann über Ligurien und über die super anstrengende Ligurische Grenzkammstrasse ( 40km grobes Schottergeröll mit steilen Abhängen und Auswaschungen) langsam aber sicher wieder Richtung Norden ging. Die letzten Tage standen wir dann auf einem Campingplatz am Gardasee zum Runterkommen.


    Wir haben jeden Tag woanders geschlafen,jeder Tag war ein Abenteuer. Geduscht haben wir weit oben in den verlassenen Bergen aus einem Wasserkanister,der auf dem Dach stand,oder per Trucker App ( war eine Idee meiner Frau;)) auf Truck Stop Anlagen.


    Der Panda hat insgesamt 4000km abgespült und hatte nicht die kleinste Macke. Er ist wirklich überall hochgekrabbelt. Nichts hat ihn aufhalten können..

    Den Urlaub werden wir niemals vergessen.


    Hier ein kleiner Auszug,der das ganze leider kaum so wieder gibt wie es live war.


    Sorry für das weite Ausschweifen. Was ich damit sagen wollte war,...ja klar,kannst dir den Panda gerne mal anschauen und vorbei kommen. :)

    Gruß Mario