Auf passioneitaliane.com wurde von Matteo Volpe ein interessanter Kommentar zum Thema
ABARTH und Lancia HF: Der Elektro-Flop und die Enttäuschung der Enthusiasten
veröffentlicht.
Die Energiewende in der Automobilindustrie bringt unerwartete Herausforderungen mit sich, insbesondere für Marken mit einer ausgeprägten sportlichen DNA. Dies gilt beispielsweise für Abarth und Lancia HF, die unter der Schirmherrschaft von Stellantis den Elektroantrieb als einzig gangbare Lösung für ihre leistungsstärksten Modelle erkannt haben. Die Marktreaktion war jedoch verhalten, wenn nicht sogar negativ, und die Verkaufszahlen bestätigen die Unzufriedenheit vieler Fans.
Der Fall Abarth 500e: Das Schweigen der Zahlen
Der Abarth 500e, der mit großem Tamtam als erstes „rein elektrisches“ Modell der Marke Scorpion angekündigt wurde, ist der Inbegriff dieses schwierigen Übergangs. Die Erwartungen waren hoch, doch die Verkaufszahlen sprechen eine andere Sprache. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2024 wurden in Italien nur 14 Fahrzeuge neu zugelassen – eine so niedrige Zahl, dass sie Zweifel an der Nachhaltigkeit des Projekts aufkommen lässt. Es genügt zu sagen, dass im gleichen Zeitraum die Verkäufe der Benzinmodelle Abarth 595 und 695 weiterhin den Markt dominierten, was zeigt, dass treue Kunden nach wie vor das Dröhnen und den Nervenkitzel eines Verbrennungsmotors bevorzugen. Der Versuch, den „Sound“ des Abarth mit einem Soundgenerator zu simulieren, war nicht überzeugend und wurde von vielen als unauthentischer Ersatz empfunden, der die Lücke, die der fehlende Verbrennungsmotor hinterlässt, nicht füllen kann.
Lancia Ypsilon HF: eine ungewisse Zukunft und die Herausforderung des Marktes
Lancia, dessen glorreiche Rallye-Geschichte eng mit dem legendären Akronym HF (High Fidelity) verknüpft ist, verfolgt denselben Weg. Obwohl der neue Ypsilon auf dem italienischen Markt mäßigen Erfolg feiert, steht der rein elektrischen HF-Version eine ungewisse Zukunft bevor. Die Ankündigung des 280 PS starken Ypsilon HF wurde aufgrund seiner Leistung mit Begeisterung aufgenommen, doch die Entscheidung, nur noch Elektroantrieb anzubieten, spaltet die Meinungen. Viele Puristen bezweifeln, dass die Kernwerte der Marke – Allradantrieb und Motorsound – in einem batteriebetriebenen Auto reproduziert werden können.
Der neue Ypsilon konnte trotz Hybrid- und Mild-Hybrid-Motoren international noch nicht überzeugen, und auch außerhalb Italiens schwächelt der Absatz. Die HF-Version mit ihrer Sportwagen-Positionierung wird auf starken Widerstand bei einem Publikum stoßen, das Leistung noch immer mit einem traditionellen Fahrerlebnis verbindet, und die Verkaufszahlen des Abarth 500e verheißen nichts Gutes.
Die Kluft zwischen Strategie und Leidenschaft
Die Strategie von Stellantis ist klar: Elektrifizierung und Vereinfachung des Angebots. Abarth und Lancia wurden in einen Plan einbezogen, der gemeinsame Plattformen und Motoren vorsieht, um Kosten zu senken und die europäischen Vorschriften einzuhalten. Diese Entscheidung scheint jedoch den „emotionalen Faktor“ zu ignorieren, der diese Marken legendär gemacht hat. Abarth- und Lancia-Fans sind nicht einfach nur Konsumenten, sondern Anhänger einer Philosophie, die das Dröhnen, die Vibrationen und das pure Fahrerlebnis lieben. Diese Komponente zu ignorieren und sie in eine „stille“ Zukunft zu zwingen, scheint ein strategischer Fehler zu sein, der sich direkt in den Verkaufszahlen widerspiegelt.
Die Herausforderung für Stellantis ist nicht nur technologischer, sondern auch kultureller Natur. Die gleiche Leidenschaft und das gleiche Zugehörigkeitsgefühl mit Autos zu vermitteln, denen es trotz ihrer Geschwindigkeit und Leistung an der nötigen Seele mangelt, gestaltet sich schwieriger als erwartet. Die Zahlen sprechen für sich: Die Entscheidung, Abarth und Lancia HF ausschließlich mit Elektromotoren anzubieten, wurde vom Markt noch nicht angenommen. Während wir auf einen Richtungswechsel oder eine technologische Weiterentwicklung warten, die den Fahrspaß wiederherstellen kann, laufen diese Modelle Gefahr, eine verpasste Chance zu bleiben und die Erwartungen einer Fangemeinde zu enttäuschen, die sich heute zunehmend ihres eigenen Sounds beraubt fühlt.
Sehr treffend formuliert