Ich hatte noch mal eine Rückfrage
bezüglich des Schmierstoffes im Lager.
Einen Teil des Textes hab ich mal meiner PN
entnommen, da es für den ein oder anderen sicherlich
interessant sein könnte...
Bin da absolut kein Profi, kenne aber
dennoch bedingt durch meine Arbeit ein
paar Eckdaten.
Das Thema Fettschmierstoff ist extrem
komplex und unglaublich vielfältig.
Es gibt alleine bei der Fettbasis mehrere
unterschiedliche Grundöle:
z.B. Erdöl oder synthetisches Öl.
SKF verwendet in seinen Standardlagern
ein Mehrbereichsfett auf Erdölbasis.
Der nächste große Unterschied besteht in den
Varianten, wie das Öl gebunden wird um eine
schmierfähige Masse zu erhalten.
Lithium verseift ist bei vielen Mehrbereichsfetten
die häufigste Form der Ölbindung.
So nutzt dies auch SKF als Standard.
( Es gibt z.B. auch noch den Weg mit Calzium oder
Natrium zu verdicken und dann noch x andere
Möglichkeiten.
)
Wenn man nun nachschmieren oder Fett auffüllen
möchte, kann man sich erstmal an den
beiden Parametern orientieren.
Im Zweifel findet man Online vom nahezu
jedem Hersteller Datenblätter zum Fett und
kann so schnell vergleichen.
Es gibt noch x verschiedene Wege und Möglichkeiten,
welche Basis und welche Bindung kombiniert werden
kann und darf, aber so tief bin ich einfach nicht
in der Materie drin...
Dies ist lediglich als grobe Richtung für jedermann
gedacht. ![]()
Ein Blick sollte dann auch immer noch
auf den Temperaturbereich geworfen werden.
Mehrbereich sollte im Radlager immer so um die
130 Grad liegen.
Schmierstoffe die bis 200 Grad funktionieren sind
da eher schon seltener zu bekommen.
Ich könnte jetzt noch auf verschiedene Additive im
Schmierstoff eingehen, dass sprengt aber ebenfalls
meinen fachlichen Rahmen.
Man möge mir verzeihen... ![]()
Um das Radlager an der Hinterachse zu schmieren:
Die Lagereinheit stumpf mit Fett füllen bringt eher weniger.
Ich habe euch mal eine Querschnittzeichnung angehängt,
auf der man gut erkennt warum.
Das Lager sind nämlich zwei Schrägkugellager hintereinander
montiert.
Ans hintere Lager kommt man von außen durch die Lagerabdichtung
nicht ran. ( von rechts auf der Skizze)
Deswegen muss man versuchen, von der Seite wo die Fettkappe sitzt,
dass Fett durchs erste Lager durch zu drücken.
Wenn man da rein schaut, sollte man die Wälzkörper
( die Kugeln ) sehen.
Dort wo die Pfeile sind, muss das Fett rein geschoben
werden.
Mit einem festen Pinsel funktioniert das ganz gut.
Das ist ein bisschen Arbeit und dauert etwas.
Wenn man befüllt hat, die Lagereinheit ein paar Mal
durchdrehen.
Das geht am Anfang immer etwas stramm.
Einen Teil vom Fett drückt es dann natürlich auch wieder
nach draußen.
Nach ein paar Wiederholungen ist es eigentlich ok.
Für die Drehmomente füge ich euch noch mal einen Link
aus meinem Vorstellungsthread an.
Ich hatte beim Biposto die Bremse gemacht und da man
sowieso fast alles demontieren muss, die Lagereinheit auf
beiden Seiten direkt mit getauscht.
Abarth 595 - Klein und schwarz
Beitrag 95 enthält alles relevante.
Wer gut schmiert, der gut fährt. ![]()
Euch einen schönen Tag.
Gruß
Dennis.

